CO2 eine einfache Formel für smarte Indizes?

Im siebten Teil seiner ETF Serie  analysiert Detlef Glow, Leiter der EMEA Research Abteilung bei der Thomson Reuters die Herausforderungen einer nachhaltigen ETF Strategie. 

Anders als in vielen anderen Bereichen der Fonds- und Investment Management Industrie ist der Trend zu nachhaltigen Investments bisher nicht bei den Anbietern von börsengehandelten Indexfonds (ETFs) angekommen. Dies ist auch nicht verwunderlich, denn gerade bei nachhaltigen oder ethischen Investitionen spielen die persönlichen Präferenzen der Anleger eine große Rolle.

Diese individuellen Wünsche lassen sich aber in der Regel nicht mit breiten Ansätzen, wie dem häufig für die Indexkonstrukton verwendeten „Best-in-Class-Ansatz“ umsetzen, da diese nicht auf individuelle Ansprüche eingehen können und für viele Investoren der Begriff der Nachhaltigkeit hier zu allgemein gefasst wird, somit aus deren Sicht ungeeignet sind.

Da der Trend in Richtung nachhaltiger Kapitalanlagen von immer mehr Investoren adaptiert wird, muss die ETF-Industrie und vor allem die Indexanbieter  nach Wegen suchen, um von diesem Trend profitieren zu können.

Ein mögliches Kriterium für die Konstruktion eines nachhaltigen Index könnte der Kohlendioxidausstoss (CO2-Ausstoss) eines Unternehmens sein, da dieser einen direkten Einfluss auf die Umwelt hat und auf Basis eines standardisierten Reportings (UN Global Compact) ermittelt werden kann.

Zwar gibt es auch an diesem Ansatz verschiedene Kritikpunkte, insbesondere da bei einem solchen Ansatz andere Aspekte der Nachhaltigkeit vernachlässigt werden. Dennoch scheint die Berücksichtigung der Kohlendioxidemissionen (CO2-Emissionen) aufgrund der Transparenz der Kriterien zur Indexkonstruktion geeignet und von den Investoren  akzeptiert zu sein.

Dementsprechend gibt es mittlerweile nicht nur aktiv gemanagte Fonds, die sich dem Thema Klimawandel, beziehungsweise Climate Change widmen, sondern auch Indizes und entsprechende ETFs, in denen die Titel anhand ihrer CO2 Emissionen gewichtet werden. Die Akzetanz dieses Ansatzes ist dabei nicht nur mit der Transparenz des Ansatzes zu begründen, es scheint auch so zu sein, das die Investoren das Thema Klimawandel verstehen und erkennen, das sie es mit einem CO2-Ansatz ohne großen Aufwand in ihrem Portfolio umsetzen können.

Aufgrund der Möglichkeiten, die sich durch die Einbeziehung von nicht bilanziellen Daten in die Gewichtung der Aktien ergeben, bietet sich das Thema Nachhaltigkeit und somit auch das Thema Klimawandel meiner Ansicht nach gerade für die sogenannten „Smart-Beta“ ETFs an.

Denn gerade bei diesen Fonds und den entsprechenden Indizes suchen die Produkentwickler immer nach Kennzahlen, mit denen sie einen potentiellen Mehrertrag erzielen können.

Insgesamt erscheint es mir sinnvoll, dass die ETF-Branche den Megatrend nachhaltige Investments adaptiert. Denn ETFs können eine große Zahl von Anlegern schnell erreichen, wenn die angebotenen Produkte deren Vorstellungen entsprechen. Damit könnte die ETF-Industrie das Thema Nachhaltigkeit nutzen, um ihr zukünftiges Wachstum zu sichern.

Für den Inhalt der Kolumne ist allein der Verfasser verantwortlich. Der Inhalt gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder, nicht die von Thomson Reuters.

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