Das magische Dreieck: Rendite – Risiko – Liquidität

Detlef Glow, Leiter der EMEA Reaearch Abteilung bei Thomson Reuters analysiert  die Zusammenhänge zwischen Rendite, Risko und Liquidität werden im Portfoliomanagement.

In meinem letzten Blog „Von Kernen und Satelliten – Der kleine Kosmos der Geldanlage“ habe ich mich mit Fragen rund um die Vermögensaufteilung von Portfolien befasst. Viele Anleger berücksichtigen, bei der Konstruktion ihres Portfolios, die übergeordneten Anlageziele nicht ausreichend. Dementsprechend sind viele Portfolios nur hinsichtlich des Risikos der einzelnen Anlagekategorien optimiert, ohne dass dabei zum Beispiel die von dem Investor zu einem festgelegten Zeitpunkt benötigte Liquidität berücksichtigt wird.

Dies kann dann in der Folge dazu führen, dass selbst bei langfristig geplanten Anschaffungen beziehungsweise einem langfristig geplanten Kapitalbedarf die benötigte Liquidität, aufgrund der Umstände an den Kapitalmärkten, nicht oder nur teilweise zur Verfügung steht. Somit muss bei der Zusammenstellung eines Portfolios, zusätzlich zur individuellen Risikotragfähigkeit des Investors, auch der Kapitalbedarf und daraus abgeleitet der Anlagehorizont beachtet werden.

Ebenso kann die Ertragserwartung eines Portfolios aus den eingegangenen Risiken abgeleitet werden. Das heißt, der Anleger muss entweder das Risiko in seinem Portfolio an seine Ertragserwartung anpassen oder, falls die Risikotragfähigkeit bereits ausgereizt ist, seine Ertragserwartung an das Risikoprofil seines Portfolios anpassen.

Die Zusammenhänge zwischen Rendite, Risko und Liquidität werden im Portfoliomanagement auch als magisches Dreieck bezeichnet, bei dem es darum geht, auf Basis der Anforderungen des Investors, ein Gleichgewicht der drei Dimensionen herzustellen.

GRAFIK 1

Magisches Dreieck

Verschiedene Anlagehorizonte benötigen unterschiedliche Anlageprodukte

Eine Grundregel für die Auswahl des geeigneten Fonds ist, dass die Fristigkeiten zwischen Anlagehorizont und dem ausgewählten Anlageinstrument möglichst übereinstimmen sollten. Während Geldmarktfonds für den kurzfristigen Anlagehorizont das Instrument der Wahl sein können, eignen sich diese jedoch nur bedingt für die langfristige Kapitalanlage, da die Inflation einen großen Teil der erwirtschafteten Rendite auffrisst und der Anleger so, wenn überhaupt, nur die Kaufkraft seines Kapitals erhält. Genau entgegengesetzt verhält es sich mit Aktienfonds, während diese bei einem kurzfristigen Anlagehorizont, insbesondere wenn ein bestimmter Geldbetrag benötigt wird, sehr enttäuschende Ergebnisse erzielen können, zeigt sich die Stärke dieser Anlagekategorie bei langfristigen Anlagen. Zwar können auch hier langfristig negative Ergebnisse, wie zum Beispiel bei dem Börsentief im März 2009 nicht ausgeschlossen werden, allerdings nimmt deren Wahrscheinlichkeit im Laufe der Zeit ab. Zudem sollten die weiteren Portfoliobestandteile (Anleihen, Kasse, etc.) sowie die vor dem Erreichen des Sparzieles durchzuführenden Umschichtungen in risikoarme Anlageklassen dazu beitragen, dass sich ein Rückschlag an der Börse nur begrenzt auf das Portfolio auswirkt.

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