Dividendenfonds: Mythos und Wahrheit

Dividendenfonds geniessen gerade in Europa eine wachsende Beliebtheit. Detlef Glow, Leiter der EMEA Research Abteilung bei der Thomson Reuters Firma Lipper, warnt dass sie aufgrund oft hoher Liquidität allerdings auch Risiken bergen.

In dem derzeitigen Niedrigzinsumfeld sind viele Investoren auf der Suche nach Ertragsquellen die Ihnen helfen, ihre Anlageziele, insbesondere im Hinblick auf regelmäßige Einkünfte, zu erreichen. Eine der Produktgattungen, die in diesem Zusammenhang häufig genannt wird sind die sogenannten Dividendenfonds, also Aktienfonds deren Strategie es ist Aktien mit einer möglichst hohen Dividendenrendite zu kaufen und die Erträge an die Investoren auszuschütten. Doch sind diese Fonds bei den Anlegern wirklich so beliebt und was sollten Investoren bei diesen Fonds beachten

Gemäß einer Studie des Fondsanalysehauses Lipper investierten europäische Anleger im Jahr 2014 rund 16,8 Milliarden Euro in Fonds, die eine Dividendenstrategie verfolgen. Das bedeutet, das rund 27,4% der neuangelegten Gelder oder anders formuliert mehr als jeder vierte Euro, der im Jahr 2014 in Aktienfonds floss, in einen Fonds mit einer Dividendenstrategie investiert wurde.

Die beliebteste Kategorie waren dabei Produkte, die in Europa anlegen (+6,7 Mrd. Euro) gefolgt von globalen Dividendenfonds (+6,1 Mrd. Euro), während alle anderen Dividendenfonds zusammen im Jahr Mittelzuflüsse in Höhe von 4,1 Mrd. Euro aufweisen.

Die Bevorzugung Europas als Anlageregion ist dabei nicht verwunderlich, haben doch viele Unternehmen für das Jahr 2015 wieder Rekord-Dividenden angekündigt. Zudem zahlen europäische Unternehmen in der Regel Bar-Dividenden aus, während zum Beispiel in den USA die Unternehmensgewinne, häufig auch in Form von Aktienrückkäufen statt einer direkten Auszahlung an die Aktionäre, ausgeschüttet werden

Diese Zahlen zeigen, das Dividendenfonds,insbesondere dann wenn sie in Europa anlegen, bei Anlegern tatsächlich sehr beliebt sind und einen hohen Teil an dem Gesamtmittelaufkommen ausmachen. Doch was macht diese Anlagekategorie so erfolgreich und kann dieser Erfolg den Anlegern zum Verhängnis werden?

Eine der Antriebskräfte für den Erfolg der Dividendenfonds ist sicherlich der Fakt, das viele Anleger, wie zum Beispiel Stiftungen, mit Zinspapieren nicht mehr die Erträge erwirtschaften können, die sie benötigen um ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Dieser Punkt ist zudem auch für diejenigen Privatanleger relevant, die ihre Einkünfte aus ihrem Portfolio beziehen und mit diesen ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen.

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