Effiziente Kapitalanlage mit ETFs

Im vierten Teil seiner ETF Serie analysiert Detlef Glow, Leiter der EMEA Research Abteilung bei der Thomson Reuters Firma Lipper, die Effizienz von ETFs.

In der heutigen Zeit dreht sich fast alles um das Thema Effizienz, da ist es nicht verwunderlich das auch Kapitalanlageprodukte effizient sein sollen, damit Anleger ihre Anlageentscheidungen möglichst schnell treffen und passgenau umsetzen können. Doch gerade hier liegt auch die Krux der Effizienz von Anlageprodukten, denn die Nachfrage nach Produkten, mit denen man auch in Nischenmärkte und Trends investieren kann, hat insgesamt zu einer Produktvielfalt geführt, mit der viele Anleger schlichtweg überfordert sind und die Produkte daher nicht nutzen.

Auch wenn die Investoren nach effizienten Produkten verlangen, nutzt eine große Zahl der Anleger, die in börsengehandelte Produkte investieren, deren Möglichkeiten entweder falsch oder gar nicht. Um hier Abhilfe zu schaffen sollten sowohl die Anbieter, wie aber auch die Handelsplattformen (Direktbanken, etc.) die Anleger besser über die Möglichkeiten, die sich ihnen durch den Einsatz von diesen Produkten bieten, informieren.

Meiner Ansicht nach bieten sich gerade börsengehandelte Indexfonds (ETFs), im Vergleich zu anderen börsengehandelten Produkten aufgrund ihres Status als Sondervermögen, für Privatanleger, wie aber auch institutionelle Investoren als kostengünstige, transparente und effiziente Produkte für die Kapitalanlage an. Wie mit Zertifikaten, Futures oder anderen Kontrakten kann man auch mit einem ETF einen ganzen Markt mit nur einer Transaktion kaufen bzw. verkaufen und so seine Anlageentscheidungen hocheffizient umsetzen.

Da aber gerade professionelle Investoren zum Teil in sehr exotische Märkte investieren möchten, benötigen sie die entsprechenden Produkte, um ihre Anlagemeinung passgenau umsetzen zu können. Dies hat im Segment der börsengehandelten Indexfonds dazu geführt, dass die Produktvielfalt kontinuierlich angestiegen ist. Wie groß diese Vielfalt tatsächlich ist, zeigt ein Blick auf XETRA, dem wichtigsten Handelssegment für börsengehandelte Anlageprodukte in Deutschland. Laut einer Statistik der Deutsche Börse waren dort per Ende April dieses Jahres 1061 ETFs, 222 ETCs und 122 ETNs gelistet.

Zusätzlich stehen den Investoren noch unzählige Zertifikate, zur Verfügung. Diese Produktvielfalt hat dazu geführt, dass sich viele Anleger nicht mehr sicher sind welche Produkte für sie am geeignetsten sind. Hier gilt nach wie vor die Regel, Anleger sollten nur das kaufen was sie verstehen und keine Experimente machen. Befolgt man diesen Ansatz, schränkt sich das Universum der nutzbaren Produkte bei den meisten Anlegern deutlich ein und der Markt erscheint wieder übersichtlicher.

Wenn sich ein Privatanleger für einen ETF entscheidet, sollte er anschließend auch die Vorteile dieses Produktes nutzen. Diese liegen nicht nur in der hohen Transparenz und den niedrigen Kosten oder der Möglichkeit des schnellen Kaufens und Verkaufens. Ein weiterer oft übersehener Vorteil von ETFs ist der, das Absicherungsstrategien für Phasen in denen der Investor sich nicht um sein Portfolio kümmern kann, leicht umgesetzt werden können.

So kann zum Beispiel mit einem sogenannten dynamischen „Stop-Loss-Limit“ die maximale Verlusthöhe für eine Position festgelegt werden. Da dieses Limit sich bei Preisanstiegen automatisch an das jeweilige Kursniveau anpasst und den einmal erreichten Höchststand als Ausgangspunkt für die Verlustbegrenzung nutzt, können Anleger beispielsweise ihren Urlaub genießen, ohne sich dabei Sorgen um ihr Portfolio machen zu müssen. Allerdings können bei wenig liquiden Produkten, trotz dieser Art der Absicherung, höhere Verluste als geplant eintreten, da die Order erst bei dem nächsten möglichen Kurs ausgeführt wird und dieser kann bei fehlender Liquidität deutlich unter dem eingestellten Limit liegen.

Somit sollten Investoren die sich nicht permanent um ihr Portfolio kümmern können, immer darauf achten, dass die von ihnen gewählten ETFs in allen Marktphasen über eine ausreichende Liquidität verfügen, damit ihre Transaktionen im Falle eines Falles eng an dem vorgegebenen Limit ausgeführt werden können.

Alles in allem betrachtet können ETFs als sehr effiziente Anlageprodukte betrachtet werden mit denen Investoren nicht nur ihre Anlagestrategien, sondern auch Absicherungsstrategien, umsetzen können.

Für den Inhalt der Kolumne ist allein der Verfasser verantwortlich. Der Inhalt gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder, nicht die von Thomson Reuters.

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