EZB könnte mit Einfallsreichtum punkten

Laut Guillaume Rigeade, Anleihespezialist Asset Allocation und Sovereign Debt bei Edmond de Rothschild Asset Management (EdRAM), könnte EZB Präsident Mario Draghi, bei der Sitzung der EZB am kommenden Donnerstag einige Asse im Ärmel haben.

Er hat bereits in Aussicht gestellt, dass die niedrigen Inflationserwartungen – bedingt durch den sehr günstigen Ölpreis und die Sorgen der Anleger um eine Verschlechterung im Bankensektor – die Wirkung der Geldpolitik einschränken könnten.

Die Zentralbank könnte sich folglich als besonders einfallsreich erweisen und neue Maßnahmen vorstellen. Dies könnte beispielsweise eine massive Senkung der Referenzzinssätze sein oder die gezielte Förderung des Bankensektors.

Eine Lockerung der Kreditvergabe, die wiederum die Realwirtschaft begünstigt, wird durch niedrigere Zinssätze von Staatsanleihen über alle Laufzeiten unterstützt. Schon heute ist die Kreditaufnahme für Unternehmen und Privatpersonen vergleichsweise günstig. Nichtsdestotrotz wird die EZB den Prozess sicherlich beschleunigen wollen.

Wir erwarten, dass die EZB ihr Programm für den Ankauf von Staatsanleihen ausweiten wird. Dies könnte entweder über die Verlängerung von Laufzeiten geschehen oder über eine monatliche Anhebung von Ankäufen. Denkbar wäre auch eine Erweiterung des Anlageuniversums. Tatsächlich könnte die Notenbank auch alle drei Instrumente gleichzeitig einsetzen.

Eine Entscheidung, die expansive Geldpolitik weiter auszuweiten, hätte zur Folge, dass die Zinsraten in Europa auf einem niedrigen Niveau bleiben. Dies würde wiederum das Risiko senken, dass die Zinsen in der europäischen Peripherie steigen. Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass sich dieser Bereich trotz Marktunruhen relativ gut gehalten hat. Die EZB hat ein Klima des Vertrauens geschaffen. Sie wird auch künftig Mittel einsetzen, um eine Bankenkrise zu verhindern, bevor sie zu einer systemischen Bedrohung wird.

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