Investitionen in Schwellenländer – Risikoeinschätzung als Erfolgsfaktor

Laut Detlef Glow, Leiter der EMEA Research Abteilung bei der Thomson Reuters, sollten Investoren in Schwellenländern vorallem die geopolitische Lage im  Auge behalten.

Anleger haben in den letzten Jahren viel Geld in Aktien und Anleihen aus Schwellenländern, den sogenannten Emerging Markets, investiert, um sich so Alternativen zu den niedrigen Renditen an Kapitalmärkten der Industrienationen zu erschließen. Ein Blick auf die Rahmendaten zeigt, das dieser Schritt berechtigt erscheint, denn aufgrund des höheren Wirtschaftswachstums, der niedrigen Verschuldungsquote und dem stabilen Binnenkonsum, erscheinen viele dieser Länder für Investitionen deutlich attraktiver als die Industrienationen. Zudem erhalten Rentenanleger in diesen Ländern, bei gleicher Bonität der Schuldner, immer noch eine höhere Verzinsung als in den entwickelten Ländern.

Oft übersehene Risikofaktoren

Trotz der guten Rahmendaten gibt es gerade in den Emerging Markets viele Risiken, die bei einer Fokussierung auf Wachstumskennzahlen ausgeblendet werden. Zu diesen Risiken zählen insbesondere politische Faktoren, die von außen oftmals nur schwer beurteilt werden können. So zeigen die aktuellen Geschehnisse in der Türkei zum Beispiel, dass die politische Stimmung in diesen Ländern schnell kippen kann. Die durch solche Vorkommnisse ausgelöste Verunsicherung der Investoren, führt dann im Regelfall zu Wertpapierverkäufen und in der Folge zu Verlusten an den Kapitalmärkten.

Ähnlich verhält es sich auch bei einer unerwarteten Verschlechterung der Zukunftsaussichten. Wie aktuell in China zu beobachten, reagieren die Aktienkurse aufgrund der teilweise sehr ambitionierten Bewertungen einiger Unternehmen aus den Schwellenländern, unabhängig von deren eigenen Ausblick, sehr stark auf externe Faktoren, wie einer möglichen Eintrübung der Konjunkturaussichten.

Ein weiterer Faktor, der bei Investitionen in Schwellenländern oftmals übersehen wird, ist die Entwicklung der lokalen Währung im Verhältnis zur Anlegerwährung. Denn eine Währung kann sich, trotz positiver lokaler Rahmendaten, im Vergleich zu anderen Währungen negativ entwickeln. Die Auswirkungen von möglichen Währungsverlusten werden dabei oft unterschätzt. Insbesondere im Bereich der festverzinslichen Wertpapiere führt schon eine relativ kleine Veränderung des Wechselkurses oftmals dazu, das Anleger die ihre Wertentwicklung in einer Hartwährung (Euro, US-Dollar, etc.) berechnen Verluste erleiden.

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