Lipper: Die private Altersvorsorge

Während die Altersvorsorge in vielen Ländern aufgrund der gesetzlichen Rentensysteme lange Zeit als gesichert galt, ist heute absehbar, dass diese Systeme über kurz oder lang kollabieren werden und die heutigen Beitragszahler nicht mehr die erwarteten Leistungen erhalten werden. Trotz dieses Wissens versuchen Politiker immer noch die Bürger zu beruhigen und sie ihre Altersvorsorge betreffend in Sicherheit zu wiegen. Dass dies auch relativ gut gelingt, zeigt sich an der Quote der Menschen, die gezielt für die Altersvorsorge sparen und den Beträgen, die diese dafür auf die hohe Kante legen. Zwar wird beispielsweise in Deutschland das Thema Altersarmut offen diskutiert, konkrete Lösungen werden aber nicht angeboten. Auch mit den staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukten wird nur versucht die Versorgungslücke zu verkleinern, statt ein Konzept vorzulegen, um diese zu schließen. Zudem hat die andauernde negative Berichterstattung über staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte wie die Riester- oder die Rürup-Rente dazu geführt, dass Sparer verunsichert sind und aus diesem Grund nichts tun statt das Falsche zu machen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, warum die Regierung hier nicht reagiert und die Schwächen der Produkte, insbesondere im Hinblick auf die Komplexität bei der Förderung sowie der von Sparern zu zahlenden Provisionen und Produktkosten, beseitigt.

Meiner Ansicht nach ist die schlechteste Alternative für alle, ganz auf das Sparen für die Altersvorsorge zu verzichten. Denn auch wenn sie häufig kritisiert werden, ist die Nutzung von klassischen Altersvorsorgeporodukten, insbesondere dann wenn diese fondsbasiert sind, der erste Schritt in die richtige Richtung. Wer diese Produkte nicht nutzen will, hat die Möglichkeit einen Fondssparplan abzuschließen, um Geld für das Alter zurückzulegen. Auch sollte man sich im Bezug auf die Ansparsumme nicht irren, denn selbst wenn man monatlich nur eine geringe Summe zur Verfügung hat, kann daraus bei einer entsprechenden Laufzeit und einer guten Rendite ein ansehnlicher Betrag werden, der dem Sparer dann im Alter zur Verfügung steht.

In welche Produkte soll man investieren?

Bei den derzeit niedrigen Zinsen macht es wenig Sinn sein Geld in festverzinsliche Wertpapiere, den Geldmarkt oder Produkten, die von den Erträgen dieser Anlageklassen abhängig sind, wie zum Beispiel klassische Lebensversicherungen, zu investieren, da man hier als Anleger, nach Abzug von Kosten und Inflation, in der Regel eine negative Rendite erwirtschaftet.

Auf der anderen Seite bieten Beteiligungen am Produktivkapital einer Volkswirtschaft, also Aktien, gute Renditechancen und können sogar teilweise vor Inflation schützen. Allerdings haben Aktien den Nachteil, dass der Preis der Papiere stark schwanken kann, was zu einer nicht kalkulierbaren Auszahlungssumme führt. Diesen Effekt können Anleger jedoch abmildern, in dem sie zum Ende der Laufzeit hin jedes Jahr Geld aus Aktienfonds in schwankungsärmere Anlageklassen umschichten.

ETFs statt aktiv gemanagter Fonds?

Neben der sehr zeitaufwendigen Direktinvestition in Aktien stehen Anlegern, für die Beteiligung am Produktivkapital, auch aktiv gemanagte Aktienfonds und börsengehandelte Indexfonds, die sogenannten ETFs, zur Verfügung. Während aktiv gemanagte Fonds versuchen die Wertentwicklung des jeweiligen Marktes in dem sie investieren durch die diskretionäre Auswahl von einzelnen Aktien zu übertreffen, sollen ETFs die Wertentwicklung ihres Referenzindexes möglichst nachvollziehen. Um dieses Ziel zu erreichen, treffen die Manager von ETFs keine aktiven Anlageentscheidungen sondern halten sich sich so genau wie möglich an die Zusammensetzung des jeweiligen Index.

Da logischerweise nicht alle aktiven Manager besser sein können als der Markt, ist der Kauf eines solchen Fonds auch immer eine relativ teure Wette darauf, das der Manager sein Ziel erreicht. Da ein börsengehandelter Indexfonds gar nicht erst versucht besser zu sein als der Markt, können Investoren bei diesen Produkten eine relativ genaue Renditeerwartungen ableiten. Zudem sind die Kosten eines ETFs sehr transparent und liegen deutlich unter denen von aktiv gemanagten Fonds. Da aber bei dem Handel mit ETFs neben variablen auch fixe Transaktionskosten anfallen können, müssen Anleger darauf achten, das diese nicht die Gebühren, die für den Kauf und Verkauf von aktiv gemanagten Produkten anfallen, übersteigen.

Allerdings fordert die Investition in Aktien und Aktienfonds von den Investoren das diese immer wieder Anlageentscheidungen treffen müssen, um beispielsweise einzelne Märkte auszutauschen oder Verluste durch den Verkauf von Positionen zu begrenzen.

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