Nachhaltige Geldanlage – Eine Branche wird erwachsen

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Detlef Glow, Leiter der EMEA Research Abteilung bei der Thomson Reuters Firma Lipper, sieht in der Zunahme des verwalteten Vermögens in nachhaltigen Geldanlagen ein Zeichen, dass die Branche erwachsen wird.

Im Mai 2015 präsentierte das Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V.  (FNG), der Fachverband für nachhaltige Geldanlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, in Berlin den 10. Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen. Laut diesem Report verzeichnete die Branche auch im Jahr 2014 wieder ein überdurchschnittliches Wachstum.

Die von der Branche verwalteten Vermögen stiegen im Jahr 2014 um 47% auf 197,5 Milliarden Euro an und erreichten einen neuen Höchststand. Dieses Wachstum zeigt, das nachhaltiges Investieren bei allen Arten von Anlegern immer populärer wird und der Markt für nachhaltge Anlageprodukte immer weiter an Tiefe und Breite gewinnt.

Bei der Betrachtung der einzelnen Zahlen fällt auf, dass immer häufiger sogenannte „Overlay-Strategien“ genutzt werden, was bedeutet das nachhaltige Investmentkriterien immer häufiger auch bei konventionellen Fonds zum Einsatz kommen, wodurch nachhaltiges investieren meiner Ansicht nach die Nische verlassen hat und im Mainstream angekommen ist. Eine Strategie, die zwar nicht neu ist, aber immer beliebter wird, ist die sogenannte „Engagement-Strategie“.

Engagment als alternative Strategie für die nachhaltige Geldanlage

Bei einer „Engagement-Strategie“ orientieren sich die Fondsmanager bei der Auswahl der Wertpapiere nicht zwingend an nachhaltigen Kriterien, sondern versuchen durch aktive Beeinflussung der Unternehmensführung diese zu einem nachhaltigerem Handeln zu bewegen.  Das Forum Nachhaltige Geldanlage (FNG) definiert Engagement-Strategien als Anlagestrategien bei der ein langfristiger Dialog mit den Unternehmen geführt wird, um deren Verhalten bezüglich der ESG-Kriterien zu ändern.

Durch den aktiven Dialog zwischen Unternehmen und Investor wird diesem Ansatz im Allgemeinen ein besonders großes Wirkungspotenzial, im Bezug auf die Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen, zugeschrieben. Denn nur wenn die Investoren ihre Anforderungen hinsichtlich einer nachhaltigen Unternehmensführung kommunizieren, können die Verantwortlichen in den Unternehmen auch entsprechend reagieren und die Nachhaltigkeitsbilanz des Unternehmens verbessern.

Stimmrechtsausübung

Ein sehr wirkungsvolles Mittel das den Investoren zur Durchsetzung ihrer Ziele zur Verfügung steht, ist die Ausübung von Stimmrechten auf den Aktionärsversammlungen.  Hierbei können die Investoren nicht nur die eigenen Stimmen nutzen, sondern sich mit anderen Aktionären in sogenannten „Voting-Pools“ zusammentun, um so größeren Druck auf die Unternehmensführung ausüben zu können.

Dass die Hauptversammlungen für aktive Investoren ein immer wichtigeres Medium werden, zeigt sich auch an der Präsenz der Fondsmanager. Während man früher kaum einen Fondsmanager oder deren Vertreter auf den Aktionärsversammlungen gesehen hat, trifft man heutzutage oftmals gleich mehrere Fondsmanager bei diesen Veranstaltungen. Diese nutzen das Forum der öffentlichen Haupt- versammlung dann gerne um Fragen an den Vorstand zu stellen, die ihnen im bisherigen Dialog nicht beantwortet wurden oder um Dinge aufzuzeigen, die es ihrer Ansicht nach zu verbessern gilt.

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