Preissenkungen bei ETFs – Des einen Freud, des anderen Leid

Detlef Glow, Leiter der EMEA Research Abteilung bei Thomson Reuters analysiert den wachsenden Preisdruck für ETF Anbieter und die Folgen für Fondselektoren. 

Der Wettbewerb unter den Anbietern börsengehandelter Indexfonds (ETFs) in Europa wird härter. Angesichts der stetig steigenden Zahl von  Produkten und Emittenten versuchen die Firmen verstärkt mit Alleinstellungsmerkmalen auf sich aufmerksam zu machen.

Neben der Produktpolitik ist die Preispolitik, im Hinblick auf die Managementgebühr, eine weitere Möglichkeit, wie sich ein ETF-Anbieter von seinen Wettbewerbern unterscheiden kann. Allerdings bringt eine aggressive Preispolitik nur kurzfristig Vorteile. Denn wenn ein Anbieter die Preise Gebühren bei seinen ETFs senkt, ziehen die Mitbewerber in der Regel binnen kurzer Zeit nach, wodurch der erzielte Wettbewerbsvorteil aufgehoben wird.

Dieser Marktmechanismus hat dazu geführt, das sich die Anleger heutzutage bei Investitionen in verschiedene Kernmärkte, wie zum Beispiel den EuroStoxx 50 oder den S&P 500 über Managementgebühren von weniger als 0,1% freuen können.

Auf Seiten der Anbieter hat dieser Preiskampf zum Teil zu deutlichen Einnahmeverlusten geführt, denn gerade die ETFs, die in die Kernmärkte investieren, sind häufig die volumensstärksten Produkte der Anbieter. Da die meisten Anbieter aber eine Gewinnerzielungsabsicht verfolgen, müssen diese andere Wege finden, um ihre Profitabilität auf dem gleichen oder zumindest einem ähnlichen Niveau zu halten.

Eine Möglichkeit hierzu ist es die internen Prozessabläufe zu straffen und über diese sogenannte Effizienzsteigerung die Kosten für die Administration und das Management der Produkte zu senken. Ist ein Anbieter aber schon sehr effizient aufgestellt, muss dieser neue/andere Ertragsquellen, wie zum Beispiel die Wertpapierleihe, nutzen, um seine Profitabilität hoch zu halten.

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