Schiff ahoi! Wie Anleger vom Kreuzfahrtboom profitieren

Das Geschäft mit Kreuzfahrten boomt. Im Jahr 2017 werden Schätzungen zufolge über 25 Millionen Passagiere eine Seereise buchen. Ein Großteil dieses Wachstums findet in den Schwellenländern statt. Die an den Börsen notierten Kreuzfahrt-Anbieter werden ihre Gewinne in den kommenden Jahren deutlich steigern.

Wachsende Mittelschicht in Asien setzt die Segel
Asien verzeichnete in den vergangenen Jahren das größte prozentuale Wachstum und ein Ende dieser Dynamik ist nicht absehbar. So will die Branche beispielsweise in China bis 2021 mit 30 Prozent jährlich wachsen. Sehr beeindruckend im Reich der Mitte ist vor allem die Zunahme der Passagierzahlen für Hochseekreuzfahrten. Während Asien im allgemeinen weiterhin Rekordwachstumszahlen in der Kreuzfahrtbranche verzeichnen kann, lag Australien nur knapp dahinter. Auch die Zahlen aus den USA und Europa sind sehr vielversprechend. Betrachtet man die Reisebranche im Allgemeinen, so verbuchen Kreuzfahrten ein erstaunlich langfristiges Wachstumspotenzial, da sie derzeit lediglich zwei Prozent des gesamten Freizeitreisemarktes ausmachen und die höchsten Zufriedenheitsquoten unter den internationalen Reisenden aufweisen.

In Zukunft hohe Investitionen bei den Marktführern
Zwischen 2017 und 2026 erwartet die Branche die Indienststellung von insgesamt 97 neuen Kreuzfahrtschiffen mit einem gesamten Investitionsvolumen von 53 Milliarden US-Dollar.

Carnival Cruise Lines will zum Beispiel die Marktführerschaft bis 2022 durch neue Schiffe weiter ausbauen. Dabei soll die Anzahl der Passagiere von 10 auf 13 Millionen erhöht werden. Bei Royal Caribbean sieht es ähnlich aus. Das Unternehmen plant die Zahl der Reisenden von derzeit fünf Millionen auf sieben Millionen zu steigern. MSC Cruises will die Anzahl der Passagiere bis 2022 sogar verdoppeln. Identisches plant auch Norwegian Cruise Lines. Auch hier soll die Anzahl der Gäste an Bord auf etwa 3 Millionen von jetzt 1,5 Millionen ansteigen. Mit neuen Destinationen und Schiffen reagiert die Branche auf die Wünsche der heutigen Reisenden, was sich in stetem Wachstum und starkem wirtschaftlichen Einfluss überall auf der Welt widerspiegelt. In welchen Dimensionen die Branche denkt, zeigt sich auch an den Ausmaßen der neuen Schiffe. Im Mai vergangenen Jahres stach das größte Kreuzfahrtschiff der Welt in See: Die „Harmony of the Seas“ von Royal Caribbean bietet auf 16 Passagierdecks Platz für knapp 5.500 Gäste.

Die „Young Generation“ lichtet den Anker
Das Image von Kreuzfahrtreisen befindet sich im Wandel. Waren Seereisen früher mehrheitlich bei älteren und gut situierten Touristen beliebt, gewinnen mittlerweile viele junge Leute starken Gefallen an dieser Reiseform. Schiffsreisen werden hier zunehmend als attraktiver eingeschätzt als Urlaube an Land wie All-Inclusive-Resorts, Rundreisen, Ferienhäuser oder Camping. Dies ist vor allem darin begründet, dass mit verschiedenen Themen und Spezialitäten ein breites Kundenspektrum angesprochen wird. Das Angebot reicht von Gourmetkreuzfahrten in Begleitung von Starköchen bis hin zu Partyschiffen für jüngeres Publikum, die den Club-Urlaub auf Ibiza oder Mallorca ersetzen. Auch das Interesse nach Flusskreuzfahrten steigt weiter. Aufgrund der hohen Nachfrage werden weltweit derzeit knapp 200 Flusskreuzfahrtschiffe betrieben. Tendenz steigend.

Nischenthema Expeditionskreuzfahrten: Je ausgefallener desto attraktiver
Besonders stark zeigt sich das Wachstum im Segment der Abenteuerreisen. Das gab die Adventure Travel Trade Association bekannt und das macht sich auch bei vielen Reedereien bemerkbar: Antarktisreisen sind beispielsweise regelmäßig ausgebucht. Kleine Spezialanbieter mit viel Know-how und hohen Eintrittsbarrieren im Geschäftsmodell beherrschen hier die Szene.

Mit ausgewählten Unternehmen vom langfristigen Trend profitieren
Ein Ende des Booms der Kreuzfahrtbranche ist noch nicht in Sicht. Eine stark wachsende Mittelschicht in Asien sowie ein verändertes Reiseverhalten in der westlichen Welt stimmen uns sehr zuversichtlich für die kommenden Jahre. Gleichzeitig befinden sich die Reedereien in einer oligopolistischen Wettbewerbsstruktur mit hohen Markteintrittsbarrieren. Als Vermögensverwalter sind wir über ausgewählte Gesellschaften an diesem strukturellen langfristigen Trend beteiligt und erwarten daher in absehbarer Zeit attraktive Renditen bei überschaubaren Risiken.

Gerd Häcker, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung

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