Smart Beta – Der nächste große Trend in der ETF-Industrie?

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Detlef Glow, Leiter der EMEA Research Abteilung bei der Thomson Reuters Firma Lipper sieht in smart beta Produkten einen Wachstumstreiber für die ETF Industrie. Transparenz der Anlagestrategie bleibe dabei aber wichtig, so Glow. 

Wer sich aktuell mit dem Thema passives Investieren beschäftigt, stößt immer wieder auf sogenannte intelligente Indizes (Smart-Beta). Diese Indizes versuchen über eine alternative Gewichtungsmethode, eine im Vergleich zum Ausgangsindex, zum Beispiel dem EuroStoxx 50, bessere Rendite zu erzielen. Um dieses Ziel zu erreichen, nutzen die Indexanbieter einzelne Faktoren, wie zum Beispiel den durch die Gleichgewichtung aller Titel im Index erzielbaren „Size-Effect“, die langfristig betrachtet einen Mehrertrag erzielen können. Allerdings hat diese Art der Indexkonstruktion den Nachteil, das der angestrebte Mehrertrag nicht kontinuierlich auftritt und es somit auch Phasen mit mehr oder weniger ausgeprägten Mindererträgen gibt. Dennoch haben viele der etablierten Anbieter mittlerweile die sogenannten Smart-Beta-ETFs im Angebot, um ihre Produktpaletten zu komplementieren. Da sich die einzelnen Anbieter, gerade im Bereich dieser Produkte abgrenzen können, ist es nicht verwunderlich, das  ETF-Anbieter die neu auf den europäischen Markt kommen, auf diese Produkte setzen.

Es versuchen sich aber nicht nur spezialisierte Anbieter mit entsprechenden Produkten neu im Markt zu positionieren. Auch bereits fest etablierte Anbieter wollen von dem Wachstum im Smart-Beta-Segment profitieren. So hat zum Beispiel Amundi im Mai 2014 eine Partnerschaft mit dem EDHEC Risk Institute Scientific Beta geschlossen, mit der die Weiterentwicklung der Smart-Beta-Indizes, weg von Ein-Faktoren-Modellen – hinzu Mehr-Faktoren-Modellen, vorangetrieben werden soll. Dies ist ein Beleg dafür, dass es selbst in diesem relativ neuen Marktsegment bereits einen Trend zu Innovationen gibt. Ob diese neuenIndizes und die entsprechenden Produkte dann tatsächlich auch bei den Anlegern erfolgreich sein werden, bleibt abzuwarten.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass das Segment der Smart-Beta-ETFs bisher in weiten Teilen sicherlich hinter den Erwartungen der Fondsanbieter zurückgeblieben ist. Dies hat allerdings meiner Ansicht nach mehr damit zu tun, das Smart-Beta-Produkte eher von institutionellen beziehungsweise professionellen Investoren genutzt werden, die diese Strategien oftmals in Form von speziellen Mandaten in ihren Portfolios implementieren und liegt nicht an einer generellen Ablehnung seitens der Investoren. Zudem ist zu beachten, das Smart-Beta-Strategien, aufgrund der genutzten „Marktfaktoren“, keine sogenannten Core-Produkte sind und somit nur als Beimischung in den Portfolios zum Einsatz kommen sollten, was den Zufluss von Anlegergeldern im Vergleich zu ETFs auf Standardindizes begrenzt.

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