Währungsgesicherte ETFs für alle?

Im fünften Teil seiner ETF Serie analysiert Detlef Glow, Leiter der EMEA Research Abteilung bei der Thomson Reuters Firma Lipper, die Vor- und Nachteile währungsgesicherter ETFs.

Im Bereich der börsengehandelten Indexfonds (ETFs) waren  in den letzten Jahren viele Innovationen zu beobachten. Ein Produkttrend, der sich in diesem Bereich mittlerweile fest etabliert hat, sind sogenannte währungsgesicherte ETFs. Doch wozu brauchen Investoren währungsgesicherte ETFs? Mit einem währungsgesicherten ETF investiert der Anleger in einen ausländischen Markt, ohne dabei das Risiko der jeweiligen Fremdwährung einzugehen. Der Trend zu währungsgesicherten Anteilsklassen hat dazu geführt, dass das Universum der verfügbaren börsengehandelten Indexfonds stark angewachsen ist und wahrscheinlich in diesem Bereich auch noch weiter anwachsen wird. Kritiker sehen hier einen weiteren Anstieg der Komplexität im ETF-Segment, während die Anbieter sagen das sie mit diesen Produkten ‚nur‘ auf die Nachfrage seitens der Investoren reagieren. Doch sind diese Instrumente auch sinnvoll oder handelt es sich nur um einen kurzlebigen Produkttrend?

Um dies zu erörtern, ist es sinnvoll sich einmal die Transaktionen anzuschauen, die ein europäischer Investor tätigen muss, wenn er zum Beispiel in japanische Aktien investieren will. Da er die Aktien in Japan in Yen bezahlen muss, muss der Investor seine Euro in Yen umtauschen. Dazu benötigt er ein entsprechendes Fremdwährungskonto. Anschließend kann er dann die gewünschten japanischen Titel kaufen.  Der Kauf eines ETFs macht das Engagement einfacher, schließlich kann der Anleger den Fonds, zum Beispiel an der Börse in Frankfurt, in Euro kaufen und erhält bei einem Verkauf auch Euro zurück. Dennoch trägt er während der Haltephase das Risiko des Yen in seinem Portfolio.

Dies wird in dem folgenden vereinfachten Beispiel, bei dem die anfallenden Kosten und Gebühren nicht berücksichtigt wurden, verdeutlicht. Der Anleger kauft für 1.000,- Euro Anteile an einem ETF, der in japanische Aktien investiert. Wenn sich der Index und der Wechselkurs des Yen zum Euro bis zum Ende seiner Halteperiode nicht verändern, erhält der Anleger seine 1.000,- Euro zurück. Sollte in diesem Zeitraum aber der Yen gegenüber dem Euro um 20% abwerten, erhält der Investor nur EUR 800,- zurück, obwohl der Indexstand unverändert ist. Um dieses sogenannte Währungsrisiko auszuschließen, müsste der Anleger die Fremdwährung in seinem Portfolio passgenau absichern, was die Komplexität auf Portfolioebene deutlich erhöht. Zudem haben nicht alle Investoren die Möglichkeit entsprechende Absicherungen in ihrem Portfolio vorzunehmen.

Vor- und Nachteile einer Absicherung

So wie ein normaler ETF den Kauf von ausländischen Wertpapieren vereinfacht, helfen und vereinfachen währungsgesicherte Produkte Investoren sich vor möglichen Währungsverlusten zu schützen können. Allerdings bedeutet eine Währungsabsicherung gleichzeitig auch, dass der Investor auf die Chance von möglichen Währungsgewinnen, die entstehen wenn die Anlagewährung im Vergleich zu seiner Heimatwährung steigt, verzichtet. Somit sollten Anleger, die eine positive Einschätzung zu der Währung in dem von ihnen gewählten Zielmarkt haben, keine währungsgesicherten ETFs einsetzen. Andersherum sollte jeder Investor, der keine oder eine negative Meinung zu der entsprechenden Anlagewährung hat, auf einen ETF mit einer Währungsabsicherung setzen.

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