Wie bewertet man Smart Beta ETFs?

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Im zweiten Teil seiner ETF Serie analysiert Detlef Glow, Leiter der EMEA Research Abteilung bei der Thomson Reuters Firma Lipper, wie man Smart Beta ETFs bewertet.

Sogenannte Smart Beta Indizes und entsprechende Produkte sind einer der großen Trends im Bereich der passiven Investments. Wie bei vielen neuen Produktkategorien stellen sich Investoren auch bei hier die Frage, wie kann man herausfinden welcher Fonds für die jeweilige Anlagestrategie am besten geeignet ist und welcher Fonds beziehungsweise Index hält was er verspricht?

Warum heißen diese Indizes Smart Beta Indizes? Während herkömmliche Indizes die Gewichtung ihrer Bestandteile auf Basis der sogenannten Marktkapitalisierung der Titel bestimmen, versuchen Smart Beta Indizes durch die Nutzung von klassischen Faktorprämien (Zusatzerträge im Vergleich zum Markt aufgrund von speziellen Eigenschaften eines Titels) ein im Vergleich besseres Rendite-/Risikoprofil zu erzielen. Bei diesen Faktoren handelt es sich in der Regel um die Werthaltigkeit (Value) des Unternehmens, die unterschiedlichen Marktkapitalisierungen (Size) und dessen Qualität (Quality) sowie die Schwankungsanfälligkeit (Volatility) der Aktie.

Zudem können auch das Momentum eines Titels oder, im Bereich der Staatsanleihen, das Bruttoinlandsprodukt (GDP) zur Auswahl und Gewichtung der Indexkomponenten herangezogen werden. Da sich die einzelnen Faktoren auf der Einzeltitelebene schnell ändern können, werden viele der Indizes entsprechend häufig neu ausgerichtet. Diese häufigen Neuausrichtungen sind einer der Hauptkritikpunkte an Smart Beta Konzepten, da sie den Indizes einen aktiven Charakter verleihen. Dementsprechend liegen Smart Beta ETFs meiner Ansicht nach im Produktspektrum der Fondsindustrie in der Mitte zwischen aktiv gemanagten Investmentfonds und passiven Indexprodukten.

Diese Kategorisierung zeigt sich insbesondere auch bei der Fondsanalyse.Denn während das Investmentvehikel (Fonds, Zertifikat, etc.) passiv ist und mit den entsprechenden Kriterien, wie zum Beispiel der Abweichung zum Index (Tracking Error), dem Ertrag (Excess Return/Tracking Difference), der Art der Indexnachbildung (Full Replication, Optimized, Derivatives, etc.), der Liquidität (on exchange/over the counter) und dem Fondsvolumen, analysiert werden muss, ist auf der Ebene des Index die gleiche Analyse wie bei einem aktiv gemanagten Fonds notwendig. Nur so lässt sich das Ertragsprofil des Index einschätzen und feststellen, ob der Index dauerhaft wirklich das leisten kann, was der Anbieter verspricht.

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