ACM Bernsteins Ivan Rudolph-Shabinsky fragt, ist Risikoreduzierung per Hochzinsanleihe ein Wunschtraum oder Realität?

Um gute Erträge zu erwirtschaften, müssen Anleger im High-Yield-Bereich nicht immer in die am niedrigsten bewerteten Anleihen investieren.

Hochzinspapiere besser bewerteter Unternehmen können ebenso lukrativ sein – insbesondere in der aktuellen Marktphase.

Bei Hochzinsanleihen übertreffen sowohl die zu erwartende Rendite als auch das Risiko den Durchschnitt oft bei Weitem.

Aber für Anleihen von schwach gerateten Ländern oder Unternehmen gibt es oftmals auch hohe Risikoaufschläge – je höher diese sogenannten Spreads sind, desto lukrativer wird die Anleihe für den Investor.

Gleichzeitig steigt aber auch das Risiko – im Falle einer Staatspleite oder Insolvenz des Unternehmens verliert der Anleger größere Teile seines Kapitals, im Extremfall sogar alles.

Daher bedarf es bei Investitionen in Hochzinsanleihen einiger Expertise.

Die neue High-Yield-Fonds-Generation konzentriert sich auf Unternehmens-Anleihen mit kürzerer Laufzeit, qualitativ höherwertige Emittenten und setzt methodische Hedging-Strategien ein – einschließlich der Absicherung von Einzelemittenten, Marktrisiken in Form von Anleihen-Indizes und Zinsoptionen.

Dadurch müssen Anleger zwar relativ geringe Ertragseinbußen über einen vollen Marktzyklus hinnehmen, profitieren allerdings in Krisenphasen vom deutlich geringeren Kursrisiko.

Für aktive Fondsmanager können mit Triple-C oder niedriger bewertete Anleihen durchaus einen fruchtbaren Boden bieten soweit es ihnen gelingt, hier die Spreu vom Weizen zu trennen.

Zudem sind in diesem Bereich die Preise nicht immer logisch begründet: In Zeiten hoher Unsicherheit sind bereits sehr pessimistische Annahmen über Insolvenzraten in den Markt eingepreist.

Mit gründlichem Research und Risikobewusstsein sollte es für geschickte Investoren aber möglich sein, attraktive Kaufmöglichkeiten aufzutun.

Allerdings wollen sich nicht alle Investoren dem Risiko aussetzen, das von den Anleihen am unteren Ende dieses Spektrums ausgeht.

Das Portfolio auf Hochzinsanleihen besser bewerteter Unternehmen (B oder BB) zu beschränken, bringt im Hinblick auf die Diversifikation kaum einen Vorteil: Denn nur 12 Prozent der Unternehmen auf dem globalen Anleihemarkt sind mit Triple-C oder schlechter bewertet.

Und tatsächlich ist es auch nicht so, dass steigendes Risiko immer steigende Renditen mit sich bringt. Ein wahlloses Investieren in Anleihen von Unternehmen, die mit CCC oder schlechter bewertet sind, führt unter Umständen nicht zum gewünschten Ergebnis.

Studie beleuchtet Performance von Anleihen in verschiedenen Marktphasen

In einer ACMBernstein Studie wurde die Performance der verschiedenen High-Yield-Kategorien auf dem US-Markt zwischen Januar 1993 und Juni 2011 verglichen: Die am höchsten bewertete Kategorie (BB) konnte in wachsenden Märkten 88 Prozent des Aufschwungs mitnehmen – gegenüber 68 Prozent des Abschwungs, als die Märkte wieder einbrachen.

Dieses Muster – mehr vom Aufschwung als vom Abschwung abzubilden – führte zu überdurchschnittlichen und weniger volatilen Ergebnissen.

Am schlechtesten schnitten bei der Untersuchung die mit CCC gerateten Anleihen ab – sie brachten durchschnittliche Erträge von sechs Prozent im Jahr, fast drei Prozent weniger als ihre mit BB bewerteten Pendants.

In anderen Worten: Die risikoärmsten Anleihen performten am besten. Um herauszufinden, warum das so ist, haben wir die Daten in vier unterschiedliche Marktzyklus-Phasen unterteilt: die Rally, die Carry-Phase, die Krise und die Konsolidierungsphase.

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