Aktienmärkte: vorerst Berg- und Talfahrt

Entschlossenes Handeln aufseiten der wirtschaftspolitisch Verantwortlichen könnte zu einem 15-20%igen Kursanstieg bei europäischen Aktien sorgen, behauptet Patrick Moonen von ING Investment Management. Das sei aber nicht zu erwarten, sagt er. Auf die Aufschwung – erst in den USA – muessen wir deswegen bis zum ersten Quartal 2012 warten.

“Das Umfeld wird schwierig bleiben, insofern erwarten wir auch für die Aktienmärkte keine reibungslose Entwicklung.

Weltweit dürfte sich das Wachstum auf 3% verlangsamen; vor allem Europa wird eine Rezession erleben. Mit zunehmend strengeren Kreditvergabekriterien in Europa sinken auch die Risiken.

Die Verschärfung der Kriterien könnte sich negativ auf die Investitionstätigkeit und den Immobilienmarkt auswirken. Zum Glück gehen die USA in wirtschaftlich einigermaßen solider Verfassung ins neue Jahr, insofern mag sich der Abschwung in Grenzen halten.

In der Eurozone hält die Kreditkrise unvermindert an. Der Antritt technokratischer Regierungen in Griechenland und Italien dürfte die Reformen beschleunigen und die Märkte beruhigen, doch der Mangel an Wachstum wird dadurch nicht zu lösen sein.

Im gesamten Euro-Raum heißt es jetzt Sparen und Schuldenabbau. Das hemmt Wachstum und erschwert den Abbau von Defiziten. Es hat indes den Anschein, dass die Krise jetzt auf die Endphase zusteuert.

Darauf deutet jedenfalls der Anstieg der Zinsen auf Kernländeranleihen im November 2011 hin. Am Ende steht entweder die Fiskalunion oder das Auseinanderbrechen der EWU.

Zwar hat sich die EZB noch nicht zu einer direkten geldpolitischen Lockerung durchgerungen, doch die Bereitstellung von frischen Mitteln in Höhe von 489 Mrd. Euro für den Bankensektor sowie niedrigere Leitzinsen dürften sich als Rettungsanker erweisen und somit zu einer indirekten quantitativen Lockerung über die Banken führen.

Wir wollen das allerdings nicht überbetonen, da die Banken die Erlöse statt zum Kauf von Staatsanleihen auch zu Refinanzierungszwecken verwenden könnten.

Vor allem bei europäischen Unternehmen erwarten wir einen Rückgang der Gewinne.

Die eigentliche Ursache dieses Abschwungs ist der Rückgang des Umsatzwachstums, der wiederum direkt durch das niedrigere globale Wachstum und rückläufige Gewinnspannen bedingt ist.

Doch im Gegensatz zu früheren Rezessionen erwarten wir diesmal einen nur moderaten Gewinnrückgang. Momentan sind die Unternehmen nicht durch Angebotsüberhänge oder Überkapazitäten belastet.

Hinzu kommt, dass deutsche Unternehmen in der letzten Erholungsphase nicht wesentlich aufgespeckt haben. Die Kosten sind unter Kontrolle, so dass die Unternehmen Umsatzeinbußen eher bewältigen können. Insgesamt sind die Unternehmen in guter Verfassung.

 

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