Aktives Aktionärstum findet wachsenden Zuspruch mit institutionellen Anlegern in Deutschland

Institutionelle Investoren in Deutschland sind gegenüber nachhaltigen Investments zurückhaltender geworden, aber sie planen trotzdem dieses Jahr mehr aktiv mit Unternehmen zu sein.

Waehrend circa 42 Prozent der Großanleger ihre Rolle als aktiver Investor im vergangenen Jahr auf- oder ausbauen wollten, haben dieses Jahr 47 Prozent es vor, durch einen gezielten Dialog Einfluss auf Unternehmen in Hinblick auf ökologische und soziale Kriterien sowie die Grundsätzen guter Unternehmensführung auszuüben.

Trotz dieses Wachstums ist der diesjährige Stimmungsindex zur nachhaltigen Kapitalanlage von Union Investment im Vergleich zum Vorjahr von 22 auf 4 Punkte gefallen.

Unions Index ist Ergebnis von Zusammenarbeit mit Henry Schäfer von der Universität Stuttgart und von Interviews mit 202 Großanlegern wie Versicherungen, Pensionskassen, Banken, Unternehmen und Stiftungen. Sie haben ein Gesamtvermögen von 2,44 Billionen Euro.

Weniger Investoren beruecksichtigen Nachhaltigkeitskriterien bei ihren Anlageentscheidungen dieses Jahr (64 Prozent) als im vorigen Jahr (rund 50 Prozent).

Und die Gewichtung nachhaltiger Strategien im Rahmen der gesamten Anlagepolitik ist auch gesunken, von 59 Prozent im Jahre 2011 auf 42 Prozent.

Aber dieses Jahr zählt die Verbesserung des Risikomanagements für 65 Prozent der Großanleger zu den Top-Motiven für den Einsatz nachhaltiger Anlagestrategien. Im vorigen Jahr war die Zahl 58 Prozent.

Rund die Hälfte der Investoren berücksichtigt Nachhaltigkeitsaspekte in gleichem Maße wie andere Anlagekriterien, so Union.

“In der Beurteilung nachhaltiger Investmentstrategien ist eine gewisse Verunsicherung eingetreten.

“Darüber hinaus haben sich anscheinend bei einer Reihe von Investoren im Zuge der europäischen Staatsschuldenkrise die Prioritäten verschoben, da in Anbetracht des schwierigen Marktumfeldes die Sicherung des benötigten Mindestertrags alles andere dominieren dürfte”, erklärte Alexander Schindler, Vorstandsmitglied bei Union Investment. Er ist auch verantwortlich für das Geschäft mit institutionellen Kunden bei Union.

“Nachhaltige Investments sind jedoch keine Schönwetter-Strategie. Wir müssen weiter daran arbeiten, den ökonomischen Nutzen dieser Ansätze – vor allem im Risikomanagement – zu vermitteln,” sagte er.

Schindler plädierte für eine stärker konzeptionell ausgerichtete Beratung in Sachen Nachhaltigkeit.

 

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