BVIs Thomas Richter spricht mit Investment Europe zum Thema FATCA

Gestern haben wir die Perspektive von Thomas Richter, CEO vom Bundesverband Investment und Asset Management, zum Thema ‚AIFM‘ herasugegeben.

Heute spricht Herr Richter (siehe Bild) mit Investment Europe zum Thema ‚FATCA‘.

Diese Regelung versucht, einen Informationsaustausch zwischen Amerika und Europa zu ermoeglichen. Durch FATCA werden die Details von US-Steuerzahlern an amerikanische Behoerden weitergeleitet.

(A translation of the text is at the bottom of this article.)

Frage: Wie betrachten Sie FATCA?
Antwort: Mit FATCA spielen die USA ihre Marktmacht aus. Gegen den Grundgedanken der Vermeidung von Steuerflucht ist nichts einzuwenden, gegen das Mittel aber schon. Die USA zwingen nämlich ausländische Finanzinstitute mittels eines ausgeklügelten Systems dazu, als verlängerter Arm der US-Steuerfahndungsbehörden zu agieren. Ein bürokratischer Alptraum, dessen Implementierungskosten weltweit mehrere Milliarden Euro verschlingen werden.

Ab Mitte 2013 werden weltweit Banken, Fonds und teilweise auch Versicherungen verpflichtet, alle Kunden unter strengen Vorgaben zu durchleuchten und US-steuerpflichtige Kunden mit ihren persönlichen Daten und weltweiten Erträgen an die USA zu melden. Verweigert ein Kunde dem Institut bestimmte Angaben zu seiner Person, wird er als „widerspenstig” eingestuft. Dann muss ihm das Institut eine Strafsteuer von 30 Prozent auf US-Erträge und auf Veräußerungserlöse aus US-Quellen abziehen.

Da die Anleger den Fondsgesellschaften regelmäßig nicht bekannt sind, könnten die Identifikationsanforderungen selbst beim besten Willen nicht erfüllt werden. Ein Unding, wenn dadurch das kollektive Vermögen aller Anleger unvermeidbar mit Strafsteuern belastet würde. Dagegen haben wir uns erfolgreich zur Wehr gesetzt. Unser Hauptargument war, dass die Anleger zugleich Kunden von Banken sind, die die FATCA-Anforderungen ohnehin erfüllen müssen, so dass die gewünschten Informationen jedenfalls in die USA fließen.

Das hat auch das IRS überzeugt, so dass die „proposed regulations” den deutschen Publikumsfonds in der Regel den „deemed compliant”-Status geben.

 

Question: How do you view FATCA?
Answer: With FATCA the US is playing its hand of market power. One cannot argue against a clamp-down of tax evasion, but one can certainly argue against the means one uses to do this. The US is using the tool of a sophisticated system to compel foreign financial institutions to act as an extended arm of the US taxation authorities. It is a bureaucratic nightmare, whose global implementation costs will rise to several billion euros.

From the middle of 2013 all global banks, funds and in part also insurers will be obligated under strict guidelines to investigate all their clients, and report to the US in regards to their US taxpayer clients, with personal details and global income. If a client refuses to give the institution certain details about themselves, he/she will be classified as ‘uncooperative’. For this, the institution must levy against him a tax fine of 30% of his US-income and remove sale proceeds from US sources.

But as investors are regularly not known to fund management houses, the demands to identify [clients] will not be able to be fulfilled, even with the best will in the world. This is an absurdity, if the collective wealth of all investors is unavoidably burdened with taxation penalties because of this.

We have successfully defended ourselves against this happening. Our main argument was that investors are simultaneously clients of banks, which must in any case fulfill the FATCA requirements, so that the requested information passes in any case into the US. That convinced the [US tax authority] Inland Revenue Service, so that the proposed regulations usually give German mutual funds the status of ‚deemed complaint‘.

 

ABOUT THE AUTHOR
preloader
Close Window
View the Magazine





You need to fill all required fields!