Die Vorteile der Unabhängigkeit

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Andreas Grünewald, Mitglied im Vorstand des Verbandes unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland (VuV), im Gespräch mit David Walker

Wie groß ist die Branche von Vermögensverwaltern in Deutschland?

In Deutschland, kann man leicht den Eindruck bekommen, dass an jeder Ecke ein Finanzberater zu finden ist. Der Eindruck ist in soweit auch richtig, als dass sich hunderttausende von Anlageberatern und ­Vermittlern um eine Bevölkerung von rund 80,000,000 Einwohnern kümmern.

Dem gegenüber steht aber eine sehr kleine Zahl von nur rund 500 zugelassenen Vermögensverwaltern. ­Ungefähr 400 bis 450 dieser von der BaFin zugelassenen ­Vermögensverwalter schätzen wir als passend für unseren Verband – nur wer unabhängiger Vermögensverwalter ist, kann ­Mitglied im VuV werden.

Was heißt für Sie ‘unabhängig’?

Ausschließlich der Kunde und nicht ein Produktgeber bezahlt den V­ermögensverwalter. Sollten ­Provisionen fließen, dann muss der Kunde darüber aufgeklärt werden.

Natürlich gibt es unter steuerlichen Aspekten Gebührenmodelle, bei denen es für den Kunden ­sinnvoller ist, wenn die Provisionen in einen Fonds mit einfließen. Das sollte man nicht kategorisch ­ausschließen. Wichtig ist jedoch am Ende des Tages, dass der Kunde darüber informiert ist.

Der Zahlungsfluss ist eines der wichtigsten Merkmale für die Unabhängigkeit. Aber darüber hinaus gibt es noch weitere Aspekte, die die Unabhängigkeit beeinflussen können – wie zum Beispiel die Beteiligungsstruktur.

Konkret: Wem gehört das Unternehmen? Gibt es eine Person oder ein Team, das unabhängig nach bestem Wissen und Gewissen die ‘Hausmeinung’ definiert? Oder ist eine Bank oder eine Versicherung mit an Bord? Das kann von der Eigentümerseite her ein Problem mit der Unabhängigkeit darstellen. Für den VuV zählt das Gesamtbild. Wir haben keine ‘KO’-Kriterien.

Was sind die Vorteile einer vollständig unabhängigen Beratung?

Zur Verdeutlichung wähle ich ein Beispiel, das nicht aus der Finanzdienstleistungs-, sondern aus der A­utomobilbranche stammt: Wenn ich zum BMW ­Händler gehe, dann kann er mir zwar eine große Auswahl an BMWs präsentieren, letzen Endes aber immer nur ein Auto aus der eigenen Produktion empfehlen. Selbst wenn ein Mercedes vielleicht für mein persönliches Profil besser geeignet wäre – der Händler würde trotzdem versuchen, mir einen BMW zu verkaufen.

Hier bräuchte ich einen unabhängigen Berater, der von mir direkt und nicht von einzelnen Automobilfirmen bezahlt wird – denn nur diese Unabhängigkeit ermöglicht es ihm, mir aus der gesamten Bandbreite der Automobile, das für mich wirklich Passende zu empfehlen! Hierfür bin ich dann auch gerne bereit zum Beispiel €500 zu bezahlen.

Falls ich nach einem Jahr mit seiner Empfehlung noch immer sehr zufrieden bin, bekommt er gerne noch zusätzlich €300 Erfolgshonorar von mir.

Auf die Finanzdienstleistungsbranche übertragen heißt das: Wenn ich einen wirklich guten, unabhängigen Rat haben möchte, dann bekomme ich den nicht umsonst, sondern ich muss bereit sein, dafür zu bezahlen.

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