Union Investments Daniel Günnewig im Gespraech

Der Kapitalmarkt bleibt wegen der Euroschuldenkrise riskant für Anleger, sagt Union Investment in Deutschland. Aber statt Risiken kategorisch auszuschließen, ist es viel besser dort zu investieren, wo sie einschätzbar sind und entlohnt werden.

Vielmehr lohne es sich, in risikoreicheren Anlageklassen nach hoher Qualität zu suchen, so Union.

Trotz weiter zu erwartender Schwankungen hält Union Aktien – mit Blick auf die finanzielle Solidität vieler Unternehmen – für die attraktivste Anlageklasse.

Besonders interessant sind global agierende Unternehmen und auch solche, die von einem festen US-Dollar profitieren koennen. Die finanzielle Lage sei bei diesen Unternehmen oft ausgezeichnet, laut Union.

Doch der Union Investment Anlegerbarometer in 2. Quartal zeigt steigende Unsicherheit bei deutschen Anlegern und keine Bereitschaft, mehr in Aktienanlagen zu investieren.

Mit diesem Hintergrund hat Investment Europe mit Herrn Dr. Daniel Günnewig, Geschäftsführer bei Union Investment, die Anlagestrategien deutscher Anlager diskutiert.

Warum sind die Deutschen immer noch so stark in Obligationen investiert und meiden Aktien, wenn Bunds fast keine Renditen bringen und die Unternehmen in Deutschland zurzeit besser unterwegs sind als in anderen EU Ländern?

Günnewig: Angesichts der europäischen Staatsschuldenkrise sind viele Anleger verunsichert. Vor diesem Hintergrund verlieren gegenwärtig die meisten Geldanlageformen bei Privatanlegern an Attraktivität, wie unser Anlegerbarometer zeigt. Ausnahmen bilden das Tagesgeld und das Festgeld beziehungsweise Termingeld mit 42 Prozent. Viele Anleger warten anscheinend an der Seitenlinie, selbst wenn dies für sie mit einem realen Wertverlust verbunden ist. Stark gefragt ist angesichts volatiler Kapitalmärkte auch Betongold, die Immobiliennachfrage boomt.

Wie positioniert sich Union Investment bezüglich Aktienanlagen? Haben Sie positive oder negative Erwartungen?

Günnewig: Zuletzt haben Konjunktursorgen und die europäische Staatsschuldenkrise das Geschehen an den Kapitalmärkten bestimmt. Die Konjunkturdynamik hat deutlich nachgelassen, nicht nur in der Eurozone. Daher ist weiter mit einem schwankungsintensiven Kapitalmarktumfeld zu rechnen. Unterstützend wirkt sich hingegen die nach wie vor lockere Geldpolitik in den wichtigsten Wirtschaftsregionen aus. In den Emerging Markets besteht weiterhin ein höheres Wachstumspotenzial als in den Industrienationen, wenngleich auch hier eine konjunkturelle Verlangsamung festzustellen ist. Die Schwellenländer besitzen jedoch einen größeren geld- und fiskalpolitischen Spielraum, was sich positiv auswirken sollte.

 

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